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Gründerväter

Werner Hanselitsch & Thomas Gimesi

Werner Hanselitsch & Thomas Gimesi

“I and I” besuchten und überstanden gemeinsam mehrere Kurse an der Universität Innsbruck. Schon bald war klar, dass wir die gleichen Vorstellungen hatten, wie Wissenschaft generell und Philosophie im Besonderen als eine eigene Art der Lebensführung praktiziert werden sollten. Nebenbei sei bemerkt, dass neben akademischer Rückendeckung der Umstand, denselben Literaturgeschmack zu besitzen, einem exzessiven Büchertausch enormen Vorschub leistete. “Komparativer Kostenvorteil”, würde der Ökonom (Armin) wohl argumentieren. Kurzum, dies war - und ist nach wie vor - die beste Grundlage für angenehme Unterhaltungen unter Freunden. Von diesem Punkt an entwickelten sich unsere Interessen zwar in unterschiedliche Richtungen (Politik einerseits und Kultur andererseits), jedoch könnte man durchaus bemerken, dass Politik nichts weiteres als eine bestimmte Form kulturellen Ausdrucks darstelle oder dass Kultur nichts anderes sei als eine spezifische Form der politischen Praxis. Von Beginn an glich unsere Zusammenarbeit wohl den bekannten Cartoon-Charaktären “Pinky” und “Brain” - inklusive dem regelmäßigen Rollentausch.

Neben der Austragung hitziger Diskussionen war die Entwicklung unserer individuellen Form der Ausübung von Wissenschaft ein zwingender nächster Schritt, welche sich bewusst gegen die Art und Weise der zu Hauf angetroffenen, selbstzentrierten Ikonen und deren kindischer Wettbewerbe, Intrigenspiele und Vorurteile abgrenzen wollte. So wurden unsere Hauptanliegen die Zusammenführung sowohl junger als auch etablierter Wissenschafter unterschiedlichster Fachrichtungen und in weiterer Folge die Bildung einer Plattform, an der jede/r, die/der auf eine Form “theoretischen Waffenarsenals” zurückgreifen kann, zum Dialog willkommen ist. Dieser Ansatz beinhaltet zumindest eine kleine Möglichkeit, in das Nähkästchen des Lebens Einblick zu erhalten. Weil wir beide Philosophie als ein Mittel zur sozialen Diagnose ansehen, welche den Mut (um nicht das Wort “Eier” zu benutzen) besitzt, die Möglichkeit eines schlimmen Endes nicht prinzipiell auszuschließen, favorisieren wir Sarkasmus als letzte Zuflucht, bevor wir endgültig aus der Welt symbolischer Repräsentationen ausscheren.

Aus diesem Grund stimmen wir mit Terry Eagleton überein, der die Aufgabe zeitgenössischer Kritiker folgendermaßen sieht: “[to face] the dominance of the symbolic forms by which the mass-mediated public sphere constitutes subjectivity and puts it under the dominance of the commodity”. Erreicht werden könne dies durch “re-connecting the symbolic to the political, engaging through both discourse and practice with the process by which repressed needs, interests and desires may assume the cultural forms which could weld them into a collective political force”. (The Function of Criticism, Verso Books, London 2005, p 123.) Jawohl.

Hoffentlich ist der Rationalpark ein gemütliches Flüchtlingslager für alle engagierten Primaten und -innen, die sowohl ihre Hirne benutzen als auch ihre Gedanken mit anderen teilen wollen. Möge die Macht mit uns sein, wenn wir die différance denken!

Denkwürdiges

Developing countries, with American help, never develop.
Marshall Sahlins
Waiting for Foucault, still